Mystische Morgenwanderung in der Döberitzer Heide

Heideblüte und Wisente im Naturschutzgebiet der Heinz-Sielmann-Stiftung
Länge: 10,2 km | Start: RE Dallgow-Döberitz | Ziel: RE Dallgow-Döberitz
Zu diesmal sehr früher Stunde habe ich mich auf den Weg zur Döberitzer Heide gemacht. Nach dem Regen des gestrigen Abends dampft die offene Graslandschaft in der Morgensonne, sehr mystisch und stimmungsvoll. Im Nebel sind einzelne Bäume auf der offenen Fläche teilweise nur schemenhaft zu erkennen. Am Wegesrand blüht hier und da hübsch violett das Heidekraut, ab und zu leuchten Spinnennetze im fahlen Sonnenlicht. Die sonst sehr sandigen Wege sind durch den Regen deutlich fester und besser begehbar.

Mittlerweile habe ich die riesige Kernzone des Naturschutzgebiets erreicht, das von der Heinz-Sielmann-Stiftung betreut wird. Hier leben hinter einem dreifachen Zaun seit einigen Jahren Wisente, Przewalski-Pferde und Rothirsche. Ich habe großes Glück, direkt an dem Zaun treffe ich auf eine kleine Herde von etwa 12 Wisenten, darunter auch einige Jungtiere. Diese in Europa heimischen Rinder waren in freier Wildbahn bereits ausgestorben und konnten nur durch ein Zuchtprogramm mit Tieren aus zoologischen Gärten erhalten werden.

Ein Stück weiter endet die von mir geplante kleine Runde um den offenen Heidebereich abrupt: Der Weg ist abgesperrt, ein Schild weist auf Pflegemaßnahmen und Kampfmittelräumung in dem lange Zeit militärisch genutzten Gelände hin. Ich drehe notgedrungen um, sehe dafür aber nochmals die kleine Wisentherde. Nunmehr von Westen wandere ich auf die Anhöhe mit dem Obelisken, den Kaiser Wilhelm II. errichten ließ. Der Nebel hat sich mittlerweile vollständig aufgelöst und die Weite der Heidelandschaft wird ersichtlich. Mit durchnässten und sandigen Schuhen gehe ich an Bunkerresten vorbei zurück zum Grünzug am Schwanengraben, der im Ortsbereich von Dallgow-Döberitz fast bis zum dortigen Bahnhof verläuft.Weiterlesen

Weites Land an der Mittleren Havel

Lange Wanderung auf Haveldeichen, an Feldrändern und durch Brandenburg an der Havel
Länge: 22,2 km | Start: Bus Gutenpaaren | Ziel: RE Brandenburg an der Havel
Die kleine Dorfkirche in Gutenpaaren hat schon bessere Zeiten gesehen. An vielen Stellen ist der Putz abgefallen und die blanken Ziegelsteine schauen hervor. Direkt vor der Kirche hat mich eben der Bus aus Potsdam abgesetzt, der hier endet. Über einen Plattenweg wandere ich zum Haveldeich, der sich kilometerweit mehr oder weniger weit entfernt am Fluss entlangschlängelt. Einige Wolken ziehen über den blauen Himmel, dazu weht ein leichter Ostwind, so dass es sich selbst bei 30 Grad im Schatten (den es hier allerdings nur selten gibt) einigermaßen aushalten lässt.

Von der etwas erhöhten Deichkrone bieten sich ständig neue Blicke auf die in diesem Bereich sehr breite Havel und das von Gräben und langen Baumreihen durchzogene Deichvorland. Das weite Land, der Wind und der Geruch des Wassers - fast fühle ich mich wie an der Küste! Auf dem Wasser sind nicht nur einige Freizeitkapitäne unterwegs, sondern auch einzelne Schwäne und Kormorane sowie größere Gruppen von Graugänsen. Immer wieder finde ich auf dem Deichweg Federn und andere, mittlerweile eingetrocknete Hinterlassenschaften der Gänse.

Hinter Saaringen entfernt sich der Weg von der Havel. Abgeerntete Felder und sandige Wege bestimmen nun das Bild. Von den Graugänsen, die auf einem dieser Felder nach brauchbaren Resten suchen, werde ich aufmerksam beobachtet. Je näher ich komme, desto länger werden die Hälse. Schließlich hält ein Vogel die Spannung nicht mehr aus und fliegt los, worauf alle anderen mit lautem Geschrei folgen.

Der lange und alternativlose Weg von Klein Kreutz nach Brandenburg an der Havel ist schöner als gedacht. Er verläuft als Fuß- und Radweg entlang einer Allee, die zum Glück nur wenig befahren ist und sogar etwas Schatten bietet. Im Stadtgebiet begegnet mir schließlich noch einmal die Havel, die sich hier stark verzweigt und u.a. die Dom- und Neustadtinsel umfließt. Ich gehe heute aber ohne Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten weiter Richtung Hauptbahnhof. Nur am Paulikloster werde ich von einem auf dem Rücken liegenden Waldmops aufgehalten, der unbedingt von mir fotografiert werden möchte. Diese im gesamten Stadtgebiet zu findenden Gesellen sollen aber das Thema einer anderen Wanderung sein...Weiterlesen

Von Dorf zu Dorf im Ländchen Glien

Vom Skulpturenpark in Schwante über den Mühlensee zum historischen Stadtkern von Kremmen
Länge: 18 km | Start: RB Schwante | Ziel: RE Kremmen
Ich mache mich auf den Weg nach Schwante im Ländchen Glien. An Wochenenden öffnet der Hausherr des dortigen Schlossguts seinen Skulpturenpark. Fürstliche 12 Euro werden am Eingang fällig, dafür gibt es auf dem großen Wiesengelände aber auch knapp 30 moderne Plastiken zu besichtigen, u.a. von Ai Weiwei, Hans Arp und George Rickey. Nach einem Rundgang wandere ich weiter an der Milchtankstelle von Schwante und der Bockwindmühle von Vehlefanz vorbei zum idyllischen Mühlensee. Schmale Wege führen teilweise um den See herum, im Schatten der Bäume döst eine Gruppe von Wasserbüffeln.

Auf Asphalt und Betonplatten passiere ich gleichförmige Dörfer wie Neu Schwante, Klein Ziethen und Amalienfelde. Anscheinend kommt außer mir niemand auf die Idee, in dieser Gegend zu wandern. Jedenfalls treffe ich entlang der weiten Felder nur einen einzigen Radfahrer. Plötzlich steht keine 10 Meter von mir entfernt wie versteinert ein Reh am Waldrand. Unsere Blicke haften aufeinander, ich gehe weiter, aber das Reh rührt sich immer noch nicht. Wahrscheinlich hat es hier auch noch nie einen Wanderer gesehen.

Das Ackerbürgerstädtchen Kremmen ist erreicht. Im Scheunenviertel ist neues Leben eingezogen, in den sanierten Scheunen haben sich einige Läden und Restaurants angesiedelt. Während ich eine kurze Pause mache, kommt ein Storch angeflogen und wird im Storchennest über mir von seinem Partner mit lautem Geklapper begrüßt. Zum Abschluss noch ein Rundgang durch den historischen Stadtkern - auch hier viele herausgeputzte Häuser und die große Backsteinkirche St. Nikolai.Weiterlesen