Im Süden von Dessau beginnt meine heutige Wanderung auf den Spuren des Bauhauses. Vor einhundert Jahren wurde hier die Siedlung Törten nach den Plänen des Bauhaus-Gründers Walter Gropius errichtet. Mit ihren preisgünstigen Reihenhäusern und den daran anschließenden Selbstversorgergärten bot sie günstigen Wohnraum für Arbeiter. Das Konsumgebäude, in dem sich heute eine Informationsstelle und eine eine kleine Ausstellung befinden, bildete seinerzeit als Einkaufsmöglichkeit den Mittelpunkt der Siedlung. Etwas später kamen einige mehrgeschossige Laubenganghäuser hinzu. Die 47 m² großen Dreizimmerwohnungen boten damals Platz für eine vierköpfige Familie.
Entlang der Mulde sowie durch den Hinteren und den Vorderen Tiergarten, einst Jagdgebiet der Dessauer Fürsten, wandere ich im Grünen nordwärts. Kühn schwingt sich gegenüber des Johannbaus und der Marienkirche die moderne Tiergartenbrücke über die Mulde. Auch im Stadtzentrum befinden sich mehrere Bauwerke, die mit dem Bauhaus in Verbindung stehen. Ebenfalls von Walter Gropius geplant wurde das Historische Arbeitsamt, das momentan sanierungsbedingt von Bauzäunen umgeben ist. Das im Jahr 2019 eröffnete Bauhaus Museum Dessau befindet sich etwas weiter am Rand des Stadtparks in einem riesigen, verspiegelten Quader. Zu guter Letzt führt mich der Weg natürlich noch zum Bauhaus selbst, das als Kunstgewerbe- und Handwerkerschule gegründet wurde und trotz seines Alters von einhundert Jahren immer noch zeitlos modern wirkt.