Der Grüne Hauptweg 17 folgt fast vierzig Kilometer lang dem Verlauf des Teltowkanals, der Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurde und die Dahme im Osten mit der Havel im Westen verbindet. Heute steht für Wanderfreundin Helga und mich die zweite Hälfte zwischen Steglitz und Grünau auf dem Programm. Schon bald zeigt sich, dass die Strecke gar nicht so eintönig ist, wie ursprünglich gedacht: Zum immer freundlicher werdenden Wetter gesellen sich frühlingshaft knallige Farben wie das Grün des Wunderlauchs, das Gelb der Forsythie, das Rosa der Kirschblüten und auch das Blau vieler kleiner Blausterne.
Vorbei am Stadtpark Steglitz und dem Tempelhofer Hafen geht es mit Unterstützung von kräftigem Rückenwind nach Britz. An einigen Stellen reichen Gewerbeflächen zwischendurch bis an das Kanalufer heran, sodass wir die sonst meist ufernahen Wege hier und da verlassen müssen, um die Hindernisse auf den Straßen zu umgehen. Auch das lange, fast schnurgerade Stück in Neukölln mit den Schallschutzwänden der Autobahn auf der gegenüberliegenden Kanalseite ist reizvoller als erwartet. Schließlich erreichen wir das östliche Ende des Kanals an der Grünauer Brücke, wo sich ein letzter schöner Ausblick auf den Kanal und die Mündung in die Dahme bietet. Hier endet der Teltowkanalweg abrupt, aber zum S-Bahnhof Grünau ist es durch ein kleines Waldgebiet nicht mehr allzu weit.