Wie in den vergangenen Jahren hat sich Wanderführer Frank Meyer vom Märkischen Wanderbund für seine Gruppenwanderung zum Frauentag wieder ein besonderes Thema ausgedacht. Diesmal stehen die historischen U-Bahnhöfe der 1913 eröffneten und in den 1920er Jahren verlängerten Linie 3 auf dem Programm. Überaus eindrucksvoll ist bereits zu Beginn die großzügige Eingangshalle des Bahnhofs Wittenbergplatz, an dem sich gleich drei U-Bahnlinien treffen.
Anders als Berlin heute hatte die damals noch eigenständige Stadt Wilmersdorf genügend finanzielle Mittel, um die neu entstandenen U-Bahnhöfe auf ihrem Gebiet sehr prächtig auszustatten. Zu sehen gibt es außerdem Bilder der Burg Hohenzollern am Hohenzollernplatz, Altberliner Fotografien von Heinrich Zille am Fehrbelliner Platz sowie farbenfrohe Eisenbahngemälde am Breitenbachplatz, dessen Namensgeber Paul Breitenbach als preußischer Minister maßgeblich am U-Bahnausbau beteiligt war. Zu den schönsten Berliner U-Bahnhöfen gehört aber sicherlich der prunkvolle Hallenbahnhof unter dem oberirdisch deutlich weniger attraktiven Heidelberger Platz.
Hinter dem Bahnhof Podbielskiallee verkehrt die U3 nicht mehr unterirdisch in einem Tunnel, sondern nunmehr bereits auf Zehlendorfer Gebiet in einem offenen Geländeeinschnitt. Die jetzt schlichteren Bahnsteige erhielten dafür umso repräsentativere Eingangsbauten. Unter ihnen fällt der im Landhausstil errichtete und mit Reet gedeckte Bahnhof Dahlem-Dorf besonders ins Auge. Schlicht und modern zeigt sich hingegen der momentane Endbahnhof Krumme Lanke, der ebenso wie der Bahnhof Wittenbergplatz zu Beginn von Alfred Grenander geplant wurde.
Als Ergänzung zu den recht städtischen, aber doch gut zu gehenden Wegen serviert uns Frank zum Abschluss eine »Sättigungsbeilage« im Grünen. Und so wandern wir noch ein wenig entlang der Ufer der Krummen Lanke und des Schlachtensees, wo wir an diesem sonnigen Frühlingstag erwartungsgemäß nicht die einzigen Wanderer sind.