Das Schloss Nennhausen, einst Wohnsitz der Familie von Briest, ist zweifelsohne das Highlight des Ortes. Nach der Heirat der Tochter Caroline mit dem Literaten Friedrich de la Motte Fouqué waren Berühmtheiten der Zeit wie E. T. A. Hoffmann und Wilhelm von Humboldt zu Gast. Das Schloss selbst befindet sich heute in Privatbesitz, der Schlosspark steht der Öffentlichkeit jedoch offen. An den Bäumen hängende Tonreliefs zeigen nicht nur einige Bewohner und Gäste des Schlosses, sondern auch die schaukelnde Effi Briest, fiktive Hauptfigur aus Theodor Fontanes gleichnamigen Roman.
Durch abwechslungsreiche Waldgebiete geht es weiter nach Kotzen, das sich in den Reigen märkischer Dörfer mit außergewöhnlichen Namen wie Wassersuppe und Krebsjauche einreiht. Der Ursprung des Ortsnamens geht auf das slawische Wort »cossym« für einen »Ort, an dem haarige Pflanzen wachsen« zurück. Nicht unbedingt zum Verlieben, aber auch nicht so schlimm, wie man witzelnd vermuten könnte, sieht es denn auch in den Straßen rund um die spätgotische Dorfkirche aus.
Ein Gehölzstreifen zwischen Maisfeldern, kleinen Kiefernwaldflächen und blühenden Sonnenblumen bringt mich wieder zurück nach Nennhausen. Viel gewandert wird im Havelland nicht gerade, und so wird man hier vergebens nach markierten Wanderwegen suchen. Aber auch auf den Wirtschaftswegen läuft es sich meist sehr angenehm – von einem urigen Waldweg und einem zugewachsenen Feldweg abgesehen. Landschaftlich reizvoll ist es aber allemal!