Nornen, Eiszeit und Buchenwald am Rand der Schorfheide  NEU 

Lange Wanderung durch eine eiszeitlich geprägte Landschaft mit einem Abstecher zum Buchenwald Grumsin
Länge: 27,9 km | Start: RB Joachimsthal Kaiserbahnhof | Ziel: RE Chorin
Fast direkt am historischen Kaiserbahnhof in Joachimsthal läuft der Rundwanderweg »Rund um die Schorfheide« vorbei, dessen längste Etappe nach Chorin heute auf dem Programm steht. Nur kurz führt die Markierung mit dem blauen Punkt an das Ufer des Werbellinsees, bevor es weiter nach Althüttendorf geht. Gegenüber der Wanderkirche stehen dort nicht nur Bänke für eine erste Wanderpause, sondern auch Skulpturen der drei Nornen. In der nordischen Mythologie spinnen diese Göttinnen unsichtbare Schicksalsfäden und bestimmen damit das Schicksal aller Menschen und Götter. Lohnenswert ist ein kurzer Abstecher zu dem auf einer Anhöhe gelegenen Friedhof, wo sich eine herrliche Aussicht auf den Grimnitzsee bietet.

Durch eine kleinteilige, leicht wellige Landschaft wandere ich zwischen saftig grünen Wiesen und Weiden weiter zu den Ihlowbergen. Das eingeschnittene Tal ist allerdings menschlichen Urspungs, jahrzehntelang wurden hier Steinblöcke gefördert, die eiszeitliche Gletscher im märkischen Sand ablagert haben. Am Aussichtspunkt bei der Kiesgrube Althüttendorf treffe ich den Radfahrer wieder, der mir bereits kurz zuvor in den Ihlowbergen begegnet ist. Gemeinsam versuchen wir mit unseren bescheidenen Ferngläsern herauszufinden, was sich alles auf dem See vor uns tummelt. Wie es der Zufall so will, kommt in der sonst recht verlassenen Gegend ein junger Mann von der Naturwacht hinzu. Er identifiziert die beiden weißen Flecken auf dem Wasser als Singschwäne, die in Brandenburg seit einigen Jahren vermehrt auch als Sommergäste anzutreffen sind. Wie wir erfahren, ist der auf uns eher unscheinbar wirkende See ein interessanter Lebensraum für Uferschwalben, Limikolen und Eisvögel.

Hinter der großen Sonnenuhr aus Findlingen bei Sperlingsherberge beginnt bereits der zum UNESCO-Welterbe gehörende Grumsiner Wald. Bis die Rotbuchen allerdings ihre goldgelbe Herbstfärbung zeigen, wird es noch einige Wochen dauern. Nach einer kleinen Runde durch den südlichen Teil des Waldgebietes leitet mich der Wanderweg schon wieder hinaus in die offene Feldlandschaft. Kraniche trompeten in der Luft und scheinen etwas unschlüssig zu sein, in welche Richtung sie fliegen sollen. Vor dem restlichen Weg nach Chorin wird es in Groß-Ziethen noch einmal sehr eiszeitlich: Im Garten des Besucher- und Informationszentrums kann man nicht nur ein Mammut und einen Säbelzahntiger bewundern, sondern auch mehr darüber erfahren, was es mit Grundmoränen, Endmoränen und Sandern auf sich hat. Weiterlesen

Durch naturnahe Wälder mit Seen, Bächen und Mooren zum Kloster Chorin

Traumhafte Waldwege und ein Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert
Länge: 14,4 km | Start: RE Britz | Ziel: RE Chorin
Kurzentschlossen bin ich nachmittags zum Bahnhof Britz bei Eberswalde gefahren, denn statt des vorhergesagten Dauerregens hat sich sogar die Sonne etwas zwischen den Wolken hervorgewagt. Eine Wanderung durch abwechslungsreiche und naturnahe Mischwälder mit Seen, Bächen und Mooren im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegt nun vor mir.

Vom gestrigen Regen ist der Boden noch gut durchnässt und es duftet würzig nach Wald. Ich überquere das Sumpfgebiet am Großen Stadtsee auf einer Holzbrücke, an der sich Hopfen emporrankt. Neben mir im Schilf raschelt es und ich bin mir nicht sicher, ob es nur der Wind oder ein Tier ist. Auf schönen Wegen geht es durch die Wälder. Mal sind es schmale Pfade, manchmal alte Pflasterwege, selten breite Forststraßen. Nur einmal muss eine umgefallene Kiefer überstiegen werden. Am Bachsee laden viele Bänke mit Blick auf das Wasser zu einer Pause ein. An Bäumen hängen Holzregale mit kleinen Gläsern, die Raucher als Aschenbecher zu einer Bank mitnehmen können, um ihre Kippen darin umweltfreundlich zu entsorgen. Bereits in Neuehütte ist mir die ruhig dahinfließende Ragöse begegnet. Nun treffe ich sie ein zweites Mal, diesmal an der Ragöser Mühle, wo sie ein riesiges Wasserrad zur Stromerzeugung antreibt.

Gerade als ich an einem überdachten Rastplatz vorbeigehe, fallen ein paar Wassertropfen vom Himmel, so dass ich vorsichtshalber eine Pause einlege. Nur kurze Zeit später ist der Wald grau vor Regen. Als sich die Himmelstore wieder schließen, haben sich die Wege in kleine Wasserlandschaften verwandelt. Ein Frosch hüpft vor meinen Füßen aus einer der Pfützen entlang des tief eingeschnittenen Nettelgrabens, dessen Wasserflächen komplett von Wasserlinsen bedeckt sind. Schließlich ist das Kloster Chorin erreicht: Wie auf einem Gemälde von Caspar David Friedrich ragt die hohe Backsteinfassade der Klosterkirche zwischen regennassen Bäumen hervor. Durch die ungewollte Pause ist es spät geworden und das sehenswerte Museum im Kloster längst geschlossen. Im Dämmerlicht wandere ich um den Amtssee nach Chorin und hebe mir die Klosterbesichtigung für den nächsten Besuch auf.Weiterlesen